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Die DDR in Lollar – Ausstellung und Zeitzeugengespräch zur deutsch-deutschen Geschichte

k KJ KM Mitbauer klatschend„Voll der Osten. Leben in der DDR“ - zu dieser Ausstellung mit 19 Exponaten in Posterform lädt die Clemens-Brentano-Europaschule Lollar seit dem 25. Mai 2018 nicht nur ihre Schüler, sondern alle interessierten Bürger und Bürgerinnen aus Stadt und Kreis ins Haus D ein. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten der Schule zu besichtigen.
Bei einem Landtagsbesuch von Oberstufenkursen in Wiesbaden im März 2018 entstand zwischen dem PoWi-Kollegen Herrn Krasnici und dem Landtagsvizepräsidenten Herrn Greilich die Idee die Ausstellung zum Alltag in der DDR in Lollar an der CBES zu platzieren. Schnell wurden andere Kollegen ins Boot geholt und mit Hilfe des Kunstfachbereichs wurde die Ausstellung publikumswirksam eingerahmt. Herr Greilich ließ es sich nicht nehmen und kam persönlich zur Ausstellungseröffnung mit dem Schulleiter Herr Keller an die CBES.


k Greilich

Die Ausstellung führt den Betrachter durch die 1989 untergegangene Welt des realexistierenden Sozialismus auf deutschem Boden. Dabei liegt der Fokus nicht auf den großen politischen Leitlinien des Kalten Krieges, die aber dennoch immer wieder als Hintergrundfolie mitschwingen. Vielmehr geht es um den Alltag, auch den ganz privaten Blick in das Soziale der Deutschen hinter dem Eisernen Vorhang. Auf zwanzig Tafeln mit Bild und Text erhält der Betrachter eine Mikroperspektive des DDR-Lebens. Eines Alltags, in dem auch ein Regime mit totalitären Anspruch seine Allmachts- und Erziehungsphantasien nicht vollends ausleben konnte. Die einzelnen Tafeln tragen so beispielhaft Überschriften wie „Heiterkeit“, „Traurigkeit“, „Zärtlichkeit“ oder „Abschied“ und dokumentieren damit das „Ausstellungskonzept der Sicht auf das Private“ im Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Vereinnahmung und dem Wunsch nach Individualität.


k KJ Mitbauer und Kollegen ohne KM strahlendParallel zur Ausstellungs- eröffnung fand für ca. 90 Schülerinnen und Schüler ein Zeitzeugengespräch mit dem „Republikflüchtling“ Axel Mitbauer statt. Mitbauer galt als Medaillenhoffnung der DDR für die olympischen Schwimmwettkämpfe bei den Spielen in Mexikostadt 1968. Kontakte mit Trainern aus Westdeutschland führten im Vorfeld der Spiele zu seiner sofortigen Suspendierung und dem lebenslangen Ausschluss aus den Wettkampfstätten in der DDR. Mitbauer hielt sich in den renaturierten Seen des Brauntageabbaus rund um Leipzig fit und wagte 1969 den Wettkampf seines Lebens. Als Betreuer einer Jugendgruppe getarnt schmiss er sich im Schutze der kurzen Dunkelheit, die die Scheinwerfer der DDR-Grenztruppen ihm am Strand ließen, in die Fluten der Ostsee und schwamm eine Nacht und mehr als 20 Kilometer durch das kühle Meer Richtung Lübeck in die Freiheit.
Teilweise atemlos verfolgten Schüler wie auch Lehrer Mitbauers Vortrag. Auch hier war es dem beharrlichen Engagement des PoWi-Kollegen Krasnici zu verdanken, dass dieser hochkarätige Zeitzeuge aus Basel nach Lollar kommen konnte. Die CBES hofft Herrn Mitbauer noch für weitere Veranstaltungen in Lollar gewinnen zu können.

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