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pic1 weissenDiese Maxime hatten wir noch im Kopf, als wir einen Tag nach Nikolaus 2018 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung ankamen. Die Mustersiedlung von 1927 zeigt eindrucksvoll die starke Innovationskraft europäischer und vor allem auch deutscher Ingenieurs- und Baukunst. Die Architekten aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Deutschland konnten in der Siedlung am Weißenhof ihren Stil des „Neuen Bauens“ umsetzen. In nur sechs Monaten mussten die Häuser entstehen, so die Ausschreibung des Werkbundes und der Stadt Stuttgart, die die Grundstücke zur Verfügung stellte. Entstanden sind Objekte, die eine Abkehr vom klassischen Wohnen in dunklen und feuchten Wohnungen und Häusern bedeutete, sie waren hell, trocken, lichtdurchflutet, meist in Skelettbauweise und mit Flachdach und unter Verwendung von Metall, übrigens auch im Fensterbau, erstellt worden.

Die Siedlung warb dann auch mit einem Plakat, auf dem eine Jugendstilwohnung mit Biedermeier Möbeln ausgestattet, abgebildet und mit einem dunkelroten X durchgestrichen war, um ihre Einstellung zum herkömmlichen Bauen zu manifestieren. Die Gegenseite, die das „Neue Bauen“ ablehnte, konterte mit einem Plakat, das die Siedlung mit einer Arabersiedlung verglich.

Dennoch kamen etwa 200.000 Besucher um sich die Häuser anzuschauen. Nicht zuletzt sorgten auch die Konzepte des industriellen Bauens dafür, dass sich Designer aus den Bereichen Möbel und Lampen an der Ausstellung beteiligten und so das „Neue Bauen“ nachhaltig prägten. Den Freischwinger von Mart Stam kennt jeder, die Le Corbusier Liege ebenfalls, die Wagenfeld Lampe selbstredend, um nur drei zu nennen.

Neben Peter Behrens, der einige der ausstellenden Architekten schon als Professor in der Universität ausgebildet hatte und sich selbst dem gesunden Bauen widmete, um gegen die grassierende Tuberkulose anzukämpfen, waren unter anderem noch Peter Uud, Mart Stam, Le Corbusier, Hans Scharoun und Ludwig Mies van der Rohe für die Weißenhofsiedlung identitätsstiftend.

 

pic2 merceStuttgart bietet aber auch noch mehr an moderner Baukunst, so konnten wir den neuen Bahnhof „Stuttgart 21“ und das Mercedes Museum als gelungene Beispiele für Verkehrsarchitektur und computeranimierte Architektur intensiv begutachten.

 Bühnenbilder sind ein Teil des Programms in der Oberstufe und fordern uns immer wieder dazu auf auch andere Kunstformen zu betrachten. Digital erstellte Bühnenbilder sind ein Trend, den aktuell fast alle Theater und Bühnen nutzen. „Frieden schaffen ohne Waffen“ , der Slogan des Musicals „Hair“ war der Einstieg in eine Zeit des Umbruchs, die Zeit der Friedensbewegung, der Hippies, der langen Haare, der Auflehnung gegen das Establishment, gegen den Vietnamkrieg, gegen Aufrüstung,…….                                                                                                                „Make Love not War“.

Michael Kühn im Dezember 2018

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