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Luise Rist, geboren 1970, war nach ihrem Studium in Heidelberg und Berlin Dramaturgin am Deutschen Theater Göttingen, wo erste eigene Theaterstücke entstanden. Sie schrieb für Stadt- und Staatstheater und in den letzten Jahren insbesondere für ihr gemeinsam mit einer Regisseurin gegründetes und aus Schauspielern, Tänzern und Musikern bestehendes Freies Theater boat people projekt. Zu dem internationalen Team gehören auch Jugendliche ohne Bühnen-, aber mit Fluchterfahrung, u.a. aus dem Kosovo, Bosnien und Serbien, mit denen Luise Rist eigene Stücke inszeniert. 

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Foto: © privat

"Warst du schon mal am Meer, Frida?"

Sommer. Frida, achtzehn Jahre, das Abi in der Tasche, weiß nicht, was sie mit sich anfangen soll. Jeden Tag ist sie im Freibad, stundenlang schwimmt sie. Im Wasser findet auch ihre erste Begegnung mit einem ungewöhnlichen Mädchen statt: Anita, sechzehn, Roma, in Deutschland aufgewachsen, die Eltern stammen aus Ex-Jugoslawien. Eine besondere Freundschaft beginnt. Frida gerät in den Sog einer Welt, die im „Rosenwinkel“ existiert. In der Straße, die diesen Namen trägt, leben Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia sowie ehemals aus Balkankriegen Geflüchtete. 

Sie erfährt, dass Anitas Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Ein Geheimnis umgibt die neue Freundin. Bevor Frida mehr herausfinden kann, wird Anita eines Nachts mitsamt ihrer Familie von der Polizei aus dem Haus geholt und an den Flughafen gebracht. Frida wusste nicht, dass jemand, der in Deutschland aufgewachsen ist, abgeschoben werden kann.

Unerwartet kommt es zum Einbruch der harten Realität, mitten in die Magie eines beginnenden Sommers. Frida reist der Freundin hinterher. Sie gelangt nach Bosnien, in einen spannenden Road-Trip. Mit Hilfe eines ehemaligen Kriegsreporters gelangt sie in die Nähe von Anitas neuem Zuhause – einer Barackensiedlung – und in die Nähe einer geheimnisvollen Frau. 

Eine Geschichte über Freundschaft, Grenzen, und Wege, sie zu überwinden