„Lernen und das Gelernte einüben – ist das nicht wahrhaft ein Vergnügen?“ – so beginnen die Gespräche des Konfuzius – Meister Kong – und ganz in diesem Sinne begaben sich auch einige Schülerinnen und Schüler der Klasse DaZ2 gemeinsam mit ihren Lehrkräften Lisa Feldmann, Jonas Voll und Ahmet Yilmaz auf eine Lernreise in die chinesische Kultur. Ermöglicht wurde das Eintauchen in Sprache, Kultur und Geschichte des Reichs der Mitte durch das große Engagement der beiden Studentinnen Wu Ke und Guo Yanxin, die im Rahmen des Projekts Europa macht Schule bereits im Dezember den Weg an die Clemens-Brentano-Europaschule auf sich genommen und ein erstes Projekt zur Bedeutung der Chinesischen Mauer begonnen haben. Es handelte sich dabei jedoch nicht um einen simplen Vortrag der Geschichte des Monuments, sondern um die Bedeutung von Mauern und Grenzen im Allgemeinen – und nicht zuletzt um das Aufbrechen der steinernen Wälle, um ein Miteinander zu ermöglichen. Besondere Begeisterung löste eine erste Einführung in die chinesische Schrift aus, die beim nächsten Treffen noch praktische Anwendung finden sollte.
„Freunde, die aus der Ferne kommen, sind sie nicht wahrhaft ein Grund zur Freude?“ – so fährt Meister Kong fort. Und in der Tat war es für alle Beteiligten ein Grund zur Freude, als wir uns im Januar noch einmal treffen konnten. Da Mitte Februar das chinesische Neujahrsfest – auch Frühlingsfest genannt – ansteht, war dieses Ausgangspunkt für das zweite Projekt, das die beiden Studentinnen intensiv vorbereitet hatten. Ein reger Austausch zu Neujahrs- bzw. Frühlingsfesten in Europa, China und dem Iran ermöglichte es den Jugendlichen, ihre Sprach- und Kulturkenntnisse anzuwenden und verschiedene Traditionen, die für die Lernenden unserer Schule von Bedeutung sind, miteinander zu vergleichen. Darüber hinaus wurden erste Vorbereitungen für das anstehende Jahr des Pferdes getroffen – glücksverheißende Knoten wurden gebunden, das Schriftzeichen fú (福) auf rotes Papier geschrieben und in Pferdemotive eingebunden. Dabei sind kleine Kunstwerke entstanden, die uns allen hoffentlich Glück im neuen Jahr verheißen.
„Nicht aufbrausen, wenn jemand etwas nicht versteht, ist so jemand nicht wahrhaft ein edler Mensch?“ – so endet der erste Abschnitt der Gespräche des Konfuzius. Wu Ke und Guo Yanxin gehören damit sicherlich zu den edlen Menschen, haben sie uns doch geduldig in die Kunst des Knotenbindens und die Strichfolge des Zeichens fú eingeführt. Diese beiden Momente stehen indes nur stellvertretend für das, was Europa macht Schule bewirken kann: Schule zu einer Begegnungsstätte werden lassen, in der Wissen und Erfahrung in gegenseitigem Respekt gelebt, geteilt und gefördert werden. Den Schülerinnen und Schülern der Klasse DaZ2 ist das gelungen – und so endetet das Projekt mit einem tobenden Applaus für unsere Gäste, denen wir von Herzen danken.
Zum Abschluss bleibt uns nur noch, allen bereits im Voraus ein neues Jahr voller Glück, Unbeschwertheit und ohne Mangel zu wünschen. Kommen Sie gut ins Jahr des Pferdes – xīnnián kuàilè!



