Was bedeutet eigentlich „Heimat“? Dieser vielschichtigen Frage widmeten sich Schülerinnen und Schüler eines Orientierungs- und Leistungskurses der Jahrgangsstufen 11 und 12 der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar in einer eindrucksvollen Kunstausstellung, die am 19. März 2026 im Kulturcafé in Daubringen feierlich eröffnet wurde.
Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zur Vernissage, die von musikalischen Beiträgen von Sofie Holstein stimmungsvoll begleitet wurde. Im Mittelpunkt standen die Werke der Jugendlichen, die sich im Rahmen des Kunstunterrichts unter der Leitung ihrer Lehrerin Carolin Hausner intensiv mit dem Begriff „Heimat“ auseinandergesetzt hatten, einem Thema, das in Zeiten globaler Veränderungen und gesellschaftlicher Unsicherheiten aktueller denn je erscheint.
Bereits in den Eröffnungsreden wurde deutlich, wie facettenreich der Heimatbegriff ist: Für die einen ist er ein Ort, für andere ein Gefühl, eine Erinnerung oder eine Sehnsucht. Zugleich kann Heimat auch ambivalente Seiten haben. Sie kann verbinden, aber auch ausgrenzen. Diese Vielschichtigkeit spiegelt sich eindrucksvoll in den ausgestellten Arbeiten wider.
Die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse setzten sich gestalterisch mit ihrer eigenen Identität auseinander. In ihren Porträts kombinierten sie persönliche Symbole, Orte und Gegenstände, die für sie Heimat bedeuten und setzten diese bewusst auch plastisch um. So griffen sie auch auf gestalterische Elemente aus dem Mittelalter und der Renaissance zurück.
Die 12. Klasse hingegen näherte sich dem Thema malerisch an. Inspiriert von der Künstlerin Berthe Morisot und dem Künstler Gustave Caillebotte entstanden Gemälde, die Alltagsszenen, familiäre Momente sowie urbane und landschaftliche Motive zeigen. Charakteristisch sind dabei sichtbare Pinselstriche, die teilweise durch sehr realistische Details ergänzt werden und so unterschiedliche künstlerische Ansätze miteinander verbinden.
Schulleiter Andrej Keller würdigte in seiner Ansprache das Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie das hohe künstlerische Niveau der Arbeiten. Sein Dank galt neben den jungen Künstlerinnen und Künstlern insbesondere auch den Unterstützenden der Veranstaltung. Hervorgehoben wurden dabei Carolin Hausner, welche die Leistungen der Schülerinnen und Schüler für die Öffentlichkeit sichtbar macht, sowie die Kunstausstellung mit ihren Schülerinnen und Schülern plante und organisierte, sowie Detlef Hindges, der das Team im Kulturcafé tatkräftig unterstützt und maßgeblich zum Gelingen der Ausstellung beitrug.
Die Ausstellung verdeutlicht nicht nur das künstlerische Können der Jugendlichen, sondern auch ihren Mut, persönliche Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen. Ihre Werke laden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten, genauer hinzuschauen und sich mit der eigenen Vorstellung von Heimat auseinanderzusetzen. Die Vernissage bot damit nicht nur einen gelungenen Auftakt der Ausstellung, sondern auch Raum für Austausch, Reflexion und Begegnung.
Eines wurde an diesem Abend besonders deutlich: Heimat ist kein feststehender Begriff, sondern etwas, das jeder Mensch für sich selbst neu definieren muss.






