Wenn die Politik ins Klassenzimmer kommt – Stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori zu Gast an der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar
13. Mai 2025 | Ein Besuch, der nachhallen wird
Ein Besuch der besonderen Art hat den Abschluss einer außergewöhnlichen Unterrichtsreihe an der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar markiert: Am 13. Mai 2025 nahm sich Kaweh Mansoori, Stellvertretender Ministerpräsident des Landes Hessen und Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, rund 90 Minuten Zeit, um mit dem gesamten Jahrgang 12 ins Gespräch zu kommen – offen, direkt und auf Augenhöhe.
Eine Reihe, die Schule im besten Sinne macht
Was im Unterricht beginnt, wird erst in der Praxis wirklich greifbar. Genau diesen Ansatz verfolgte die Unterrichtsreihe „Politik und Wirtschaft – im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis“, die Lehrkraft Behzad Borhani in den vergangenen Monaten mit dem jahrgangsübergreifend konzipiert und durchgeführt hat. Intensiv begleitet und betreut wurde Borhani dabei von Matthias Payer, Aufgabenfeldleiter Gesellschaftswissenschaften an der CBES – für ihn ein Paradebeispiel für die gelungene Verzahnung von Unterricht und gelebter Praxis.
Die Stationen der Reihe ließen sich sehen: Ein Besuch bei der Deutschen Bundesbank, ein Landtagsbesuch in Wiesbaden sowie eine Fahrt nach Berlin im März, wo die Schülerinnen und Schüler ihre heimischen Bundestagsabgeordneten im Bundestag persönlich trafen. Den krönenden Abschluss bildete nun der Besuch des Ministers in Lollar selbst – Politik, die in die Schule kommt.
Fragen, die bewegen – Antworten, die ankommen
Wer dachte, junge Menschen interessierten sich nicht für Politik, wurde an diesem Dienstagvormittag eindrücklich eines Besseren belehrt. Der Jahrgang hatte viele Fragen – und er hatte sich Gedanken gemacht. Tiefe Gedanken. Das Spektrum war so weit wie die Welt, in der diese Generation aufwächst.
Auf nationaler und gesellschaftlicher Ebene wurden Themen wie ein mögliches Social-Media-Verbot, die Wiedereinführung der Wehrpflicht, gesellschaftliche Gewalt, wachsende Einsamkeit junger Menschen sowie die Dauerbrenner Klimawandel, Mobilität und bezahlbares Wohnen diskutiert.
Den Blick nach außen richteten die Schülerinnen und Schüler mit bemerkenswerter Konsequenz: Der seit nunmehr rund vier Jahren andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der US-israelische Angriff gegen den Iran sowie der daraus resultierende Konflikt im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus wurden ebenso thematisiert wie die Präsidentschaft Donald Trumps und die konkreten Auswirkungen seiner Politik auf einen Wirtschaftsstandort wie Hessen – von Handelszöllen bis zur Verlässlichkeit transatlantischer Partnerschaften auch im Hinblick auf die NATO.
Die Bandbreite der Fragen zeigte: Junge Menschen machen sich sehr wohl Gedanken – nicht nur über ihren unmittelbaren Sozialraum, sondern über die großen Linien einer Welt im Wandel. Und sie taten das mit einer Klarheit und analytischen Tiefe, die den Minister sichtlich beeindruckte.
Dabei beeindruckte der Jahrgang auch mit einem Gespür, das man nicht immer voraussetzen kann: Die Schülerinnen und Schüler wussten sehr genau zu differenzieren, welche politische Ebene – Bund, Land oder Kommune – für welche Themen tatsächlich zuständig ist. Für einen Wirtschafts- und Verkehrsminister, der täglich an dieser Schnittstelle arbeitet, war das eine besondere Freude.
Ein Minister mit Schulerfahrung – im Wortsinn
Kaweh Mansoori ist selbst keiner, der Schule nur aus der Distanz kennt. Sein Abitur legte er an der Liebigschule in Gießen ab – und er ist damit ein Schulkamerad aus alten Zeiten: Auch CBES-Lehrer Behzad Borhani engagierte sich damals in der Schülervertretung (SV) – gemeinsam mit dem heutigen Minister. Eine geteilte Schulbiografie, die für eine ganz besondere Atmosphäre im Saal sorgte und dem Gespräch eine persönliche, authentische Note gab.
Mit einem Schmunzeln wandte sich Mansoori an den Jahrgang: „Fang früh an, dich zu engagieren – wer weiß, vielleicht sitzen wir eines Tages gemeinsam im Kabinett.“
Einladung nach Wiesbaden – und eine offene Tür in Lollar
Minister Mansoori zeigte sich begeistert vom Interesse, den Fragen und der Reife des Jahrgangs. Bevor er die CBES verließ, sprach er eine Einladung aus: Im nächsten Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler nach Wiesbaden kommen – zu ihm ins Ministerium. Und er bekräftigte: Auch er käme sehr gerne wieder nach Lollar an die Clemens-Brentano-Europaschule.
Eine Aussage, die zeigt: Dieser Besuch war kein Pflichttermin. Er war ein echtes Gespräch – zwischen einem Minister, der zuhört, und einem Jahrgang, der etwas zu sagen hat.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Minister Mansoori für seine Zeit und sein Engagement.




