Vom 15. bis 21. Juni 2026 besuchten neun Schülerinnen und Schüler der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar gemeinsam mit ihren Lehrkräften Katrin Akyüz und Dr. Irfan Ortaç die Partnerschule KOSBI Zülfü-Mevlüt Çelik Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi in Kemalpaşa bei İzmir.
Der Austausch ist Teil einer seit zwei Jahren bestehenden Schulpartnerschaft, in deren Rahmen sich die Schülerinnen und Schüler beider Schulen mit der Qualität von Süßwasser sowie Maßnahmen zum Schutz der Süßwasserressourcen in ihren jeweiligen Regionen beschäftigen. Dabei untersuchen sie Gewässer, analysieren Herausforderungen und entwickeln gemeinsam Ideen für einen nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser.
Ein besonderer Höhepunkt des diesjährigen Austauschs war eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sauberes Süßwasser und Schutz der Süßwasserressourcen“. Als Gäste konnten die Schülerinnen und Schüler den Wasserexperten Prof. Dr. Alper Baba von der Universität İzmir sowie den Unternehmer Berk Ercetin aus Kemalpaşa begrüßen.
Die Diskussion entwickelte sich insbesondere mit dem Vertreter der Industrie zu einem kontroversen und zugleich sehr erkenntnisreichen Austausch. Die Schülerinnen und Schüler hinterfragten die Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten auf die Wasserressourcen, diskutierten Nutzungskonflikte und stellten kritische Fragen zur Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Eine derart offene und kontroverse Podiumsdiskussion mit externen Akteuren stellt für eine Schule in der Türkei eine Besonderheit dar und wurde von den Beteiligten als Novum bezeichnet.
Dr. Irfan Ortaç, der den Austausch organisiert und an der CBES den Schulversuch „Türkisch als zweite Fremdsprache“ begleitet und unterrichtet, betonte die Bedeutung solcher Formate für die demokratische und gesellschaftliche Bildung junger Menschen:
„Es ist wichtig, Schülerinnen und Schüler – unabhängig davon, in welchem Land sie leben – darin zu bestärken, sich mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Sie müssen die Möglichkeit erhalten, direkt mit Verantwortlichen, Wissenschaftlern, Unternehmern und politischen Akteuren ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu stellen. Die zunehmende Knappheit von Süßwasser ist zweifellos ein globales Problem, über das wir offen sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.“
Auch der Schulleiter der Clemens-Brentano-Europaschule, Andrej Keller, unterstrich die Bedeutung internationaler Begegnungen:
„Internationale Schüleraustausche erweitern den Horizont junger Menschen in besonderer Weise. Sie fördern nicht nur sprachliche und interkulturelle Kompetenzen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Wer andere Lebensrealitäten kennenlernt, lernt zugleich demokratische Werte wie Offenheit, Respekt und Dialogbereitschaft zu schätzen und zu leben.“
Die Schulleiterin der KOSBI-Schule, Nuray Gowans, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit der beiden Schulen:
„Die Partnerschaft zwischen unseren Schulen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer vertrauensvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit entwickelt. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen voneinander, bauen Freundschaften auf und beschäftigen sich gemeinsam mit wichtigen Zukunftsfragen. Darauf sind wir sehr stolz.“
Neben den fachlichen Programmpunkten erhielten die Schülerinnen und Schüler durch die Unterbringung in Gastfamilien einen unmittelbaren Einblick in den Alltag und die Kultur des jeweiligen Partnerlandes. Die Begegnungen stärkten nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten der Jugendlichen, sondern förderten auch gegenseitiges Verständnis, Toleranz und internationale Freundschaften.








