Freiheitsdrang, Selbstbestimmung und die damit verbundenen Wünsche und Sehnsüchte bewegten bereits Goethe und viele seiner Zeitgenossen. In den vergangenen Wochen waren sie auch ständige Begleiter des Deutschunterrichts im 11. und 12. Jahrgang. Am 10. Juni verließen diese Motive die Klassenräume der CBES. Der gesamte 11. Jahrgang sowie drei Kurse der Qualifikationsphase machten sich gemeinsam auf den Weg nach Frankfurt. Mit mehr als 100 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern war die Fahrt zugleich die größte Deutsch-Exkursion der Oberstufe in diesem Schuljahr. Organisiert und begleitet wurde die Fahrt von den Lehrkräften Selin Giousouf, Leon Jäger, Farzan Qayumi und Stefan Scheffler.
Im Goethe-Haus am Großen Hirschgraben erhielten die Schülerinnen und Schüler während einer interaktiven Führung Einblicke in das Leben Johann Wolfgang von Goethes. In den original eingerichteten Räumen erfuhren sie mehr über Goethes Kindheit und Jugend, welche Rolle die verschiedenen Mitglieder seiner Familie für seinen Werdegang spielten und wie das Leben im Frankfurt des 18. Jahrhunderts aussah. Dadurch wurde deutlich, dass hinter den Werken, die heute im Unterricht gelesen werden, reale Menschen, ihre Lebensgeschichten und die historischen Lebenswelten ihrer Zeit stehen.

Während im Goethe-Haus das Leben eines der bekanntesten deutschen Schriftsteller im Mittelpunkt stand, richtete sich der Blick anschließend auf eine ganze Literaturepoche – die Romantik. Im Deutschen Romantik-Museum erhielt insbesondere eine digitale Zeitleiste große Aufmerksamkeit, die die Lebenswege bedeutender Persönlichkeiten der Romantik sichtbar machte. Die Schülerinnen und Schüler konnten nachvollziehen, an welchen Orten diese wirkten, wohin sie reisten und wie eng die Vertreter der Epoche miteinander vernetzt waren. Für die Schülerinnen und Schüler der Clemens-Brentano-Schule rückte dabei insbesondere der Namensgeber ihrer Schule in den Fokus. Die digitale Zeitleiste machte sichtbar, welchen Einfluss Clemens Brentano auf die Literatur seiner Zeit hatte und weshalb er gemeinsam mit Achim von Arnim zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Romantik zählt. So wurde deutlich, dass die Romantik weit mehr war als die oft vermutete Welt romantischer Liebesgeschichten. Sie war zugleich eine Epoche des Austauschs, der Reisen, der Freundschaften und der literarischen Zusammenarbeit.
Auch das eigene Entdecken kam nicht zu kurz. In verschiedenen Bereichen des Museums konnten die Schülerinnen und Schüler romantischen Gedichten lauschen, mit Sprache experimentieren und durch das händische Zusammensetzen einzelner Wörter eigene poetische Zeilen gestalten. So wurde die Epoche nicht nur im Unterricht analysiert, sondern auch mit allen Sinnen erfahrbar.
Gerade in einer Zeit, in der sich die Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern stetig verändert, gewinnen außerschulische Lernorte zunehmend an Bedeutung. Während Literatur im Unterricht häufig analysiert wird, ermöglichen interaktive Angebote zusätzliche kreative und lebensweltnahe Zugänge. Sie eröffnen neue Perspektiven auf literarische Inhalte und machen Literatur nicht nur zum Gegenstand des Lernens, sondern auch zu einer persönlichen Erfahrung.



