Wie schwer ist eigentlich das Schild eines römischen Soldaten? Wie viel Geschick braucht das Werfen eines Speers? Und wie fühlt es sich an, Teil einer römischen Legion zu sein?
Mit genau diesen Fragen beschäftigte sich der Jahrgang 7 der Clemens-Brentano-Europaschule bei der Exkursion zur Saalburg. Begleitet wurden die Klassen dabei von Selin Giousouf, Dagmar Mikolas und Maria Seiler. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts erhielten die Schülerinnen und Schüler dort spannende Einblicke in das Leben römischer Soldaten am Limes und konnten viele Inhalte aus dem Unterricht direkt vor Ort wiedererkennen.
Während der Führung über das Kastellgelände erfuhren die Klassen unter anderem, wie die Römer entlang der Grenze des Römischen Reiches lebten, wie ihre Unterkünfte aufgebaut waren und welche Aufgaben die Legionen hatten. Viele Fragen aus dem Unterricht wurden dabei plötzlich deutlich greifbarer. Besonders spannend wurde es immer dann, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden konnten. Beim Bogenschießen und Speerwerfen wurde schnell deutlich, wie viel Konzentration, Kraft und Übung hinter der Ausbildung römischer Soldaten steckte. Statt Geschichte nur zu besprechen, konnten die Jugendlichen vieles selbst ausprobieren.
Ein echtes Highlight des Tages war das gemeinsame Legionärstraining. Die Schülerinnen und Schüler wurden in Gruppen eingeteilt, stellten sich als römische Legion auf und reagierten auf lateinische Kommandos wie „Dex!“, „Sin!“, „Consiste!“ oder „Procede!“. Gemeinsam wurde marschiert, sich gedreht und verschiedene Aufstellungen eingeübt. Dabei wurde schnell deutlich, wie wichtig Disziplin, Bewegung und das Zusammenspiel innerhalb einer Legion waren. Gerade diese Mischung aus Aktivität und historischem Lernen machte den Programmpunkt für viele besonders eindrucksvoll.
Auch während der Führung selbst wurden die Schülerinnen und Schüler immer wieder aktiv einbezogen. Einzelne erhielten bestimmte Rollen innerhalb der römischen Gesellschaft, auf die im Laufe des Tages immer wieder Bezug genommen wurde. Besonders Eindruck hinterließ dabei die Thematisierung der Rolle von Frauen im Alten Rom. Dass Frauen damals nicht Teil der Legionen sein durften, sorgte bei vielen zunächst für Verwunderung. Schnell entstanden Gespräche und Vergleiche zur heutigen Bundeswehr, wodurch die historischen Inhalte für viele plötzlich deutlich näher an der eigenen Lebenswelt wirkten.
Mit vielen neuen Eindrücken, jeder Menge Bewegung und einigen lateinischen Kommandos im Kopf endete der Ausflug schließlich wieder in Lollar. So wurde aus Unterricht plötzlich ein Erlebnis, das deutlich über das Schulbuch hinausging.




