Zwischen Lachs-Ökologie und norwegischer Lebensart Lollar / Odda (Norwegen).
Wie nachhaltig ist die norwegische Lachszucht im Zeichen von Klimawandel und Umweltzerstörung? Dieser hochaktuellen Fragestellung widmete sich eine achtköpfige Delegation der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) Lollar. Vom 20. bis 29. August 2026 forschten acht Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften Carmen Hofmann und Nando Hadamik im Rahmen eines Erasmus+ Projekts an der norwegischen Partnerschule aus Odda am malerischen Sørfjord.
Die intensive Projektwoche begann mit einem zweitägigen Stopp in der traditionsreichen Hansestadt Bergen. Dort erarbeitete sich die Gruppe im Norwegischen Fischereimuseum und im modernen Aquakultur-Besuchszentrum ein fundiertes Basiswissen über die Geschichte der Meeresfischerei und die Funktionsweise industrieller Fischzuchtanlagen.
Mit der Erkundung des berühmten Fischmarkts (Fisketorget) verschafften sich die Jugendlichen einen direkten Überblick über die maritime Artenvielfalt Norwegens. Mit diesem Vorwissen ging es weiter nach Odda in die traditionsreiche Hardanger-Region.
In Odda angekommen vertieften die Lollarer Schülerinnen und Schüler ihre Recherchen und untersuchten die komplexen Spannungsfelder eines der bedeutendsten Wirtschaftszweige Norwegens. Die Herausforderungen der Massentierhaltung und des Tierschutzes, die Zusammensetzung und Herkunft der Futtermittel, die Umweltbelastung für Wasser- und Bodenqualität und zukunftsfähige Alternativen wurden detailliert untersucht. Ebenso fand aber auch die ökonomische Bedeutung der Aquakultur Berücksichtigung.
Der wissenschaftliche Höhepunkt der Woche war der Besuch einer operativen Lachsfarm. Aus nächster Nähe beobachteten die Schüler die Fütterung in den Netzgehegen, begutachteten den Zustand der Fische und nutzten die Gelegenheit, die Experten vor Ort mit kritischen Fachfragen zur Haltung und Ökologie zu konfrontieren.
Neben der fachlichen Arbeit stand der europäische Austausch im Mittelpunkt. Die CBES-Gruppe begleitete den Unterricht an der Odda vidaregåande skule, brachte sich aktiv im Deutschunterricht der norwegischen Mitschüler mit Sprachspielen ein und erhielt spannende Einblicke in das skandinavische Schulsystem.
Auch das Rahmenprogramm bot ein authentisches Eintauchen in Kultur und Natur. Neben Wanderungen durch die imposante Fjordlandschaft, einer Angelausfahrt auf Wildfisch, landestypischem Kochen und einer Runde des in Norwegen beliebten Frisbeegolfs, wartete ein besonderes Naturspektakel. Beim Besuch des berühmten Wasserfalls Steinsdalsfossen konnte die Gruppe trockenen Fußes direkt hinter dem herabstürzenden Wasservorhang entlanggehen und die gewaltige Naturkulisse hautnah erleben.
Den inhaltlichen Abschluss der Exkursion bildete die Abschlusspräsentation am Freitag, den 28. August. Vor norwegischen Schülerinnen und Schülern, der norwegischen Schulleitung, Lehrkräften sowie geladenen Vertretern der lokalen Presse präsentierten die CBES-Schüler ihre fundierten Ergebnisse. Die Jugendlichen überzeugten mit fachlicher Tiefe, kritischen Formulierungen und methodischer Souveränität. Das anwesende Publikum zeigte sich durchweg begeistert und zollte der Leistung und dem differenzierten Blick auf die Thematik höchsten Respekt.
Nach zehn ereignisreichen Tagen zogen Schüler, begleitende Lehrkräfte und Schulleitung ein durchweg positives Fazit: Das Erasmus+-Projekt bot nicht nur wertvolle, praxisnahe Erkenntnisse zu einem hochkomplexen biologischen und wirtschaftlichen Thema, sondern stärkte auch das interkulturelle Verständnis und die europäische Schulpartnerschaft nachhaltig.
Nando Hadamik und Carmen Hofmann



